Gartentipps 2017/06

Klenart-Stauden-Logo Gärtnerei
Klenart-Stauden
Pascal Klenart
Stotternheimer Str. 16
D-99087 Erfurt
www.klenart-stauden.de
Tel.: 0361 – 5548928
Fax: 0361 – 65372371
e-Mail: info@klenart-stauden.de
Öffnungszeiten (März – Oktober):
Mo. bis Fr.: 9-18 Uhr, Sa.: 9-16 Uhr

Gartentipps Juni 2017


Die Überlebensstrategien der Stauden

Liebe Staudenfreunde,

Fragen Sie sich auch manchmal, wie die eine Pflanze da an der Mauer ohne Wassergabe seit Jahren überlebt und sogar blüht? Oder warum eigentlich die eine schöne Staude nach drei bis vier Jahren immer verschwindet, während die nächste erst nach dieser Zeit zeigt, was sie wirklich kann? Wenn ja, dann sind die nächsten Zeilen lesenswert.

stabile Staudenpflanzung

Bild: Wenn ein Staudenbeet so aussieht, dann ist es bereits einige Jahre alt

In der professionellen Pflanzenökologie geht man zurzeit davon aus, dass sich die Pflanzen dreier grundlegender Strategien bedienen, um das Überleben sicher zu stellen. Es wird zwischen konkurrenzstarken, stresstoleranten und ruderalen Pionierpflanzen unterschieden. Wenn Sie nun über die drei Begriffe nachdenken, so werden Sie selbst merken, dass es wirklich sinnvoll ist, die Stauden in diese drei Kategorien einzuteilen.

Konkurrenzstarke Pflanzen:
Sie wachsen in einer Umgebung, die von allem genug bietet. Das heißt Wasser, Nährstoffe, Licht und Wärme sind ausreichend vorhanden. Sie tendieren zu hohem Wuchs (zum Licht), schnellem Wuchs (um leere Plätze einzunehmen), meist großem und weichem Laub (um Konkurrenten in den Schatten zu stellen) und  zu einer späten Blüte (da sie sich erst ausbreiten müssen).
Das alles sollte bei der Verwendung solcher Pflanzen in der Gemeinschaft berücksichtigt werden. Gerade die oben genannten Voraussetzungen (z.B. Wasser) müssen vorhanden sein. Vorteilhaft ist, dass diese Stauden durch Ihren Ausbreitungsdrang sehr gut Unkräuter verdrängen.

konkurrenzstarke Staude

Bild: Hosta ‚Big Daddy‘, die Funkie ist ein gutes Beispiel für konkurrenzstarke Stauden

Stresstolerante Pflanzen:
Wenn Ressourcen knapp sind, müssen die Pflanzen sorgfältig damit umgehen. Bei saisonaler Trockenheit oder wenn Wasser generell knapp ist, wenn es kaum Schatten gibt, magere bzw. gar verseuchte Böden vorherrschen, oder wenn eine natürliche Drainage fehlt, dann können die Pflanzen nur wenig oder keine Nährstoffe aufnehmen.  Deshalb ist bei den Stresstoleranten das Speichern von Nährstoffen im Pflanzeninneren sehr wichtig.
Typisch für diese Pflanzen ist ein langsamer Wuchs, kleine Blätter (Ressourcen sparen), hartes und/oder immergrünes Laub (Ungenießbarkeit für Tiere sowie Energie sparen) und eine meist frühe Blüte (um die Gene schnell weiterzugeben). Der Wuchs der einzelnen Pflanzen ist durch die vielfältige Ausprägung der Ressourcenknappheit sehr unterschiedlich.
Das wiederum können wir uns als Verwender zu Nutze machen. Beispielsweise graulaubige immergrüne Stauden einzeln in der Rabatte als dauerhafter Blickfänger.

stresstolerante Staude

Bild: Sempervivum, der Hauswurz ist ein klassisches Beispiel für Stresstoleranz

Ruderale Pionierpflanzen:
Der Name lässt es gleich erahnen – “Lebe schnell und sterbe jung“. Diese Pflanzen haben gelernt, sich anzupassen. Vorhandene Lücken werden schnell von ihnen ausgefüllt. Dann kommen sie zügig zur Blüte und setzen viele Samen an, um sich zu verbreiten. Wichtig zu wissen ist, dass die Samen oft über Jahre in der Erde ruhen, bis wieder eine lichte Lücke entsteht, in der die Samen schnell keimen können (ich sage nur „Unkräuter“).
Typisch für Pioniere ist der schnelle Wuchs (früher entwickeln als andere), auffällige Blüte und lange Blütezeit (Bestäubung sicher stellen), umfangreiche Samenbildung (Weitergabe der Gene sichern) und meist ein frühes Absterben (Arterhaltung im veränderlichen Lebensraum ist vorrangig).
Wir als Verwender machen uns genau diese Strategie zu Nutze. Bei Neupflanzungen haben wir sofort langblühende Leuchtfeuer im Beet. Ist eine andere Pflanze durch den Winter oder Wühlmäuse kaputt, so keimen genau die Samen dieser Pioniere und füllen die Lücke vor den anfliegenden Unkrautsamen schnell aus.

ruderale Pionierpflanze

Bild: Gaillardia, die Kokardenblume als Vertreter der ruderalen Pionierpflanzen

Mehr über die Überlebensstrategien der Stauden und wie man die verschiedenen Typen in der Staudenpflanzung verwendet, können Sie bei einem Besuch in unserer Gärtnerei erfahren.

Viele Grüße
Ihr Gärtnerteam von Klenart-Stauden aus Erfurt

Bitte besuchen Sie uns unter www.klenart-stauden.de


Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten wollen,
können Sie sich auf folgender Internet-Seite abmelden:
klenart-stauden.de/kontakt/newsletter

Ihr Staudenspezialist in Erfurt